Aufbau von Reitböden
Die modernen Reitböden werden meistens aus drei Bodenschichten aufgebaut, die im Folgenden näher erläutert werden:
a) Auf dem Untergrund wird die Tragschicht aufgeschüttet. Diese besteht aus wasserdurchlässigem Material wie Bauschutt, Schotter oder aufbereitetes Lavagestein. Die Schicht sollte etwa 30cm hoch sein und hat die Aufgabe, Sickerwasser durch die Poren ins Erdreich abzuleiten.
b) Danach folgt die Trennschicht des Reitbodens. Sie soll die Vermischung der Tragschicht und der Tretschicht verhindern. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, verwendet man Vlies, wasserdurchlässige Folien oder Kunststoffgitter.
c) Die wichtigste Schicht eines Reitbodens ist die Tretschicht, an die die meisten Anforderungen gestellt werden. Sie sollte in erster Linie preiswert, pflegeleicht und lange haltbar sein. Sie sollte gut aussehen und einfach zu begradigen sein. Kot sollte optimal abgesammelt werden. Der Reitboden sollte nicht stauben, denn Staub kann zu Atemwegsproblemen bei Pferd und Reiter führen. Wenn der Bodenbelag im Außenbereich eingesetzt wird, sollte der Regen schnell abgeleitet werden. Der Reitplatz sollte den Scherkräften der Pferdehufen widerstehen und damit trittsicher und stabil sein. Die elastischen Eigenschaften sollten möglichst lange beibehalten sein. Gleichzeitig darf der Boden nicht rutschig oder tief sein, sondern muss dem Pferdehuf einen griffigen Halt geben.
Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, setzt man bei der Tretschicht im allgemeinen Sande mit Schlagstoffen wie Holzschnitzel und Sägespäne ein. Die Tretschicht sollte nicht höher als 13 cm sein. Ist die Tretschicht zu tief, sinkt das Pferd zu tief in den Boden ein und es kommt zu einer unnötigen Belastung der Sehnen und Gelenke und führt unweigerlich zu Spätfolgen im Bewegungsapparat.
Je nach Reitsportdisziplin werden unterschiedliche Anforderungen an die Tretschicht gestellt. Der Dressurreiter gebraucht beim Dressurreiten einen elastischen, schwingenden Untergrund. Der Springreiter braucht einen Boden mit viel Griff und Halt, also eher einen härteren Reitboden. Der Westernreiter hingegen braucht eher einen harten Untergrund, die oberste Schicht sollte aber eher beweglich sein.
Deswegen stellt jeder Bodenbelag ein Kompromiss dar und sollte von einem Fachmann gut überlegt und durchgeplant sein.
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