Reithallenboden
Der Boden einer Reithalle muss in etwa den selben Belastungen standhalten wie eine Außenreitanlage. Der Reithallenboden muss elastisch, aber rutschfest sein. Er darf nicht zu tief, aber auch nicht zu fest sein. Natürlich soll der Boden wirtschaftlich sein – langlebig, pflegeleicht und problemlos zu entsorgen. Allerdings ist ein Reithallenboden nicht im gleichen Maße der Witterung ausgesetzt, wie ein Reitplatzboden. Das ist natürlich von der Bauweise der Reithalle (beispielsweise offene oder geschlossene Seiten) abhängig.
Da die Staubentwicklung in Reithallen stärker noch als im Freien zu gesundheitlichen Problemen bei Pferd, Reiter und auch Reitlehrer führen kann, sollten Sie für eine ausreichende Beregung des Hallenbodens sorgen. Dies kann entweder automatisch über Beregnungssysteme erfolgen oder nach Bedarf mit dem einfachen Gartenschlauch. Daneben haben Sie auch die Möglichkeit, feuchtigkeitsbindende Materialien in die oberste Materialschicht, die Tretschicht, einzuarbeiten.
Ein Reithallenboden besteht aus mehreren verschiedenen Materialschichten. Wenn Sie einen Neubau vornehmen, sollten Sie etwa 40-50 cm Gesamtbodentiefe einplanen. Auf das Hallenfundament können Sie eine bis zu 2 cm hohe Schicht aufschütten, um eventuelle Höhenunterschiede auszugleichen.
Darauf sollte eine etwa 30 cm starke kapillarbrechende Schicht aufgetragen werden, falls das Hallenfundament dies notwendig macht. Diese Schicht kann beispielsweise aus Kalkschotter mit einem Durchmesser von etwa 30 – 55 mm bestehen. Sie sorgt dafür, dass keine Feuchtigkeit aus dem Hallenuntergrund in die oberen Materialschichten aufsteigen kann.
Die eigentliche Tragschicht sollte mindestens 20 cm stark sein und z.B. aus Schotter bestehen.
Alternativ zu einem Lehmboden, kann beispielsweise auch Brechsand in den Reithallenboden (maschinell hergestellter Sand) als Trennschicht eingebracht werden.
Die Tretschicht ist etwa 10 cm stark und besteht Idealerweise aus „Reithallensand“. Dieser Reitsand ist steinfrei und sollte ein reiner Quarzsand sein, der eine hochgradige Trittsicherheit gewährleistet. Durch verschiedene Materialbeimischungen können die Eigenschaften der Tretschicht noch verändert werden. Die gängigsten Varianten sind die Beimischung von Vlies oder Spänen in den Reitsand, welche die Elastizität des Reithallenbodens noch erhöhen.
Das Vlies ist dabei den Spänen in Sachen Langlebigkeit deutlich im Vorteil. Allerdings sollte nur ein absolutes Qualitätsvlies eingesetzt werden.
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