Reitplatz Tretschicht
Beim Anlegen eines neuen Reitplatzes sollte man sich zuerst überlegen, wie der Reitplatz später genutzt werden soll: Wird eher auf ihm gesprungen oder Dressur geritten?
Für Dressurreiter ist meist wichtig, dass der Boden besonders eben ist, Springreiter achten auf gute Griffigkeit. Wie oft und von wie vielen Reitern wird der Platz beritten werden? Ein sehr intensiv genutzter Reitplatz benötigt meist einen aufwendigeren und damit teureren Bodenaufbau als ein nur gelegentlich genutzter Platz. Gibt es zum Beispiel bei schlechtem Wetter eine Reithalle als Ausweichmöglichkeit oder muss der Reitplatz das ganze Jahr über bereitbar sein ?
Dann spielt eine große Rolle, wie gut der Regen abläuft, eventuell sind Drainagen nötig oder der Reitplatz sollte vielleicht etwas höher als die Umgebung oder mit geringem Gefälle angelegt werden. Oder soll der Platz im günstigsten Fall auf einem natürlichen Sandboden angelegt werden, auf dem das Regenwasser meist sehr gut versickert? Natürlich spielen auch finanzielle Aspekte eine große Rolle.
Generell kann man beim Bodenaufbau unterscheiden zwischen einer Tragschicht ganz unten, der Tretschicht oben auf der die Pferde laufen und der Trennschicht dazwischen.
Als Tragschicht kommen zum Beispiel Schotter, Bauschutt, aufbereitetes Lavagestein oder ähnliches in Frage, denn die Aufgabe der Tragschicht ist es, die Flüssigkeit ( Regen ) durch in ihr befindliche Spalten oder Poren ins Erdreich abzuleiten.
Spezielle Trennschichten sind Vlies, wasserdurchlässige Folien oder spezielle Kunststoffgitter, die verhindern sollen, dass Tragschicht und Tretschicht sich vermischen.
Die Tretschicht ist später die einzige Schicht, die sichtbar ist; da auf ihr geritten werden soll, ist sie von entscheidender Bedeutung. In Frage kommen neben Klassikern wie Sand oder Holzhackschnitzeln oder Sägespänen auch Exoten wie zu Häckseln zerkleinerte Autoreifen, welche jedoch später unter Umständen kostenintensiv entsorgt werden müssen.
Eine gute Tretschicht soll meist preiswert sein und trotzdem lange haltbar trotz teils intensiver Nutzung. Sie darf nicht stauben, da dies auf Dauer zu schweren Atemwegsproblemen bei Pferd und Reiter führen kann. Sie soll die Feuchtigkeit nach Regen optimal durchlassen. Sie soll pflegeleicht sein, optisch ansprechend, einfach zu begradigen, Kot soll optimal abgesammelt werden können. Außerdem muss sie leicht federn, um die Gelenke und Bänder der Pferde zu schonen.
Durch diese vielen Anforderungen kann es gar nicht die eine perfekte Tretschicht für alle Fälle geben, sondern jeder Bodenbelag ist immer ein Kompromiss, der versucht, bei vertretbaren Kosten den Bedürfnissen von Pferd und Reiter zu entsprechen.
So kann eine gute Lösung für nur gelegentlich bei trockener Witterung von wenigen Hobbyreitern genutzte Plätze schon das Aufbringen von etwas Sand und / oder Holzhackschnitzeln direkt auf den Naturboden sein, da ein solcher Bodenbelag durch den Verzicht auf Trennschicht und Tragschicht sehr wenig kostet.
Andererseits ist es für große Sportställe sinnvoll, in einen guten Bodenbelag zu investieren, der zum Beispiel aus einer Kombination aus Schotter – Tragschicht , Vlies - Trennschicht und Sandbelag als Tretschicht bestehen könnte.
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